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"Kann ich mal die Katzen sehen?"
Autor: trudi
Datum: 14.12.09 14:36 Uhr
 

"Kann ich mal die Katzen sehen?"

 
Wenn wir von "unvermittelbaren" Tieren sprechen, die wir in unserem Asyl für Gnadenbrot-Katzen beherbergen, bedeutet dies, dass es sich um sehr scheue Tiere handelt, die in der Vergangenheit schlimme Erfahrungen durch Menschen durchleben mußten! Weshalb sie zwar mit anderen Katzen oft gut sozial verträglich, aber Fremden gegenüber sehr ängstlich sind. In der Geschichte um "Die sehr scheue Mimi" wurde das von uns sehr gut und anschaulich geschildert.
 
Wenn es an der Haustüre klingelt ist erst mal Terror und Panik angesagt. Lautes Brummen, Fauchen, Zischen gefolgt von stürmischen um-die-Wette-rennen, auf glatten Flächen ausrutschen, panisches Auf-der-Stelle-laufen bis die Pfoten wieder greifen, um mit lautem Gepolter die Treppe hinauf zu stürmen ist dann für wenige Sekunden lang zu hören. Ein fast Ohren betäubender Lärm! Jede/r, die/der im Weg steht trägt an den Beinen blaue Flecken und Kratzspuren davon. Darauf folgt dann abrupt ganz plötzlich absolute Stille. Alle Katzen liegen mit ängstlich geweiteten Augen in den äußersten Winkel; unter den Betten, unter und hinter der Couch, unter und hinter den Sesseln. Sogar die Wildlinge werden von der Panik angesteckt und flüchten über den Zaun aufs Dach und in die anliegenden Gärten.
 
Ein fremder Mensch betritt das Haus; nimmt Platz auf einem Stuhl am Tisch und fragt: "Wo sind denn die Katzen? Kann ich die mal sehen?" Er hat ja nichts von der Panik der Tiere mitbekommen und jetzt ist ja alles still. Kaffee oder ein sonstiges Getränk wird meist abgelehnt, denn man will ja "bloß mal die Katzen sehen" und dann wieder verschwinden. Dafür hat man zuvor am Telefon eine (Sach- oder Geld-)Spende angekündigt, die man bringen will. Aber weil man nun keine Tiere sieht fragt man doch lieber nach einem Mitgliedsantrag oder der Nummer des Spendenkontos um die angekündigte Spende "später" zu überweisen. Hätten besagte Fremde ein wenig Geduld und sich ruhig mit uns unterhalten, würden innerhalb der nächsten Stunde garantiert eine nach der anderen neugierig zur Türe rein schauen. Aber leider fehlt den meisten Menschen die Geduld für Tiere mit "Macken"! Deshalb sind unsere Gnadenbrot-Katzen eben UNVERMITTELBAR!!!  
 
Auch die angekündigte aktive Hilfe wird in solchen Augenblicken gerne zurück genommen. "Dann gehe ich lieber ins Tierheim und mit den Hunden spazieren", hat mal eine Besucherin zu uns gesagt.  
 
Offensichtlich haben sich diese Tierfreunde nicht auf unserer Website informiert und sind mit der Vorstellung zu uns gekommen, dass alle Katzen in einen Raum gehalten werden und durch eine Glasscheibe zu beobachten sind (wie es in Tierheimen üblich ist). Anders kann ich mir solche Reaktionen nicht erklären! Aber anschließend hinter unserem Rücken zu erzählen, wir wären sehr unfreundlich zu ihnen gewesen, finde ich äußerst unfair. Wenn man das Katzenhaus der Wildlinge und die Räume, in denen unsere Schützlinge mit uns leben, besichtigen möchte, sollte man uns das unumwunden sagen. Die zeigen wir gerne, denn wir haben nichts zu verbergen!
 
 
Trudi Straeten
 
 
Tierversuchsgegner Rhein-Erft e.V.
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